• Ich will mehr Freiheit für die Hessischen Schulen. Früher wurde oft gefordert von dem ehemaligen PISA-Sieger Finnland zu lernen. Damit meinte man dann die Ganztagsschule. Das ist ohne Frage ein wichtiger Punkt. Wo es gewünscht wird, werden wir diesen Ausbau unterstützen! Aber: In Finnland haben die Schulen viel mehr Freiheit. Sie können ihre finanziellen Mittel flexibel einsetzen und entscheiden ob sie mehr Lehrer, mehr Lehrmittel oder eine Verwaltungskraft benötigen. Diese Möglichkeiten müssen wir Hessens Schulen auch geben und dafür setze ich mich zusammen mit der Hessischen FDP ein. Ein erster Schritt war es, den Schulen zu erlauben, ein eigenes Girokonto zu führen.
Nun liegt der Entwurf für ein neues Hessisches Schulgesetz vor, das den Schulen ein nie dagewesenes Maß an Freiheit in der Verwendung der Ressourcen und der Gestaltung des Unterrichts gewährt.
Danach kann jede Schule selbst im Rahmen der Gesamt- und Schulkonferenz und nach Abstimmung mit dem Schulträger, entscheiden, ob und wie schnell sie den Weg in die Selbstständigkeit gehen will. Dabei wird auch auf die Belange der verschiedenen Schulformen Rücksicht genommen.
So erhalten die Beruflichen Schulen ganz neue Möglichkeiten, denen die Erkenntnisse des Modellversuchs "Selbstverantwortung Plus" zugrunde liegen!
• Eine große Herausforderung für die Hessische Schullandschaft wird die Umsetzung der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Die "Inklusion", also die gemeinsame Beschulung von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen im Regelunterricht, ist ein ehrgeiziges Ziel, dem sich die BRD verpflichtet hat. Das die Verwirklichung dieses Ziels nicht von heute auf morgen geht und eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels bedarf, ist unter Experten unumstritten. Gleichwohl ist immer auch das Wohl des einzelnen Kindes zu bedenken. So wird es wohl trotz aller Anstrengungen immer Fälle geben, wo eine adäquate Förderung nur unter dem Dach einer Förderschule möglich ist. Deshalb gilt hier das Credo: "Soviel gemeinsamer Unterricht wie möglich, soviel getrennte Förderung wie nötig!"
• Eine weitere Herausforderung wird der demographische Wandel in Hessen. Hier gilt es nach Möglichkeit zu versuchen über intelligente Lösungen wie Verbundschulen, jahrgangsübergreifenden Unterricht etc, die Schulstrukturen auch in der Fläche zu erhalten. Hier kann die Landespoltitik allerdings nur die Rahmenbedingungen schaffen, die Entscheidungen sind vor Ort von den Schulträgern zu treffen.
• Ich halte die Umstellung von 9 Jahren auf 8 Jahre gymnasiale Schulzeit (G 8) nach wie vor für richtig. Jetzt ist viel Zeit vergangen und die ersten G 8 Jahrgänge erreichen nun die gymnasiale Oberstufe. Es macht keinen Sinn wieder alles zu ändern. Schule braucht Konstanz!
Mit der Einführung der Bildungsstandards werden die Lehrpläne noch einmal deutlich entschlackt werden und die Schulen erhalten mehr Freiräume in der Gestaltung und Rhytmisierung des Unterrichts!
• Die FDP hat als erste Partei gefordert den Gesamtschulen die Wahl zwischen G8 und G 9 zu lassen. Wir stehen für einen Wettbewerb zwischen den Schulen und möchten ihnen diese Möglichkeit im Gesamtschulsektor zugestehen, gerade im ländlichen Raum!
• Die aktuelle PISA-Studie hat erneut eine Debatte über die Zukunft der Hauptschule ausgelöst. Wir stehen ganz klar zum Erhalt dieser Schulform im Rahmen eines Wettbewerbs der Schulen. Wir fordern eine neue Didaktik für die Hauptschule, das heißt die Wissensvermittlung und Organisation dieser Schulform muss neu erdacht werden. Das ist die zentrale Herausforderung.
Ob man Haupt- und Realschüler möglicherweise aus organisatorischen Gründen im gleichen Gebäude unterrichtet ist letztlich zweitrangig- wichtig bleibt der Erhalt beider Schulformen, denn Industrie und Handwerk benötigen den gut ausgebildeten Hauptschüler ebenso, wie den Realschüler oder Gymnasiasten.
Dafür bietet die "Neue Mittelstufenschule" eine Möglichkeit für Haupt- und Realschulen ein besonderes Profil zu entwickeln und neue Wege in der Kooperation mit Beruflichen Schulen und/oder Betrieben zu gehen.
• Aber das Lernen fängt ja nicht bei der Schule an. Die FDP hat das Modell der „Kinderschule“ entwickelt. Das bedeutet es gibt ein verpflichtendes Vorschuljahr für alle Kinder, bei dem sie fachlich, aber auch sozial auf einen Stand gebracht werde. Damit nicht mehr Kinder in einer Klasse sind, wo das eine schon lesen kann und das andere sich vielleicht nicht einmal die Schuhe binden kann. Gleiche Startbedingungen für alle Kinder sind schließlich nur fair. Leider lässt sich die "Kinderschule" aufgrund diverser rechtlicher und organisatorischer Probleme nicht sofort landesweit umsetzen. Deshalb befürworte Ich einige Pilotprojekte, in denen dieses System erprobt wird. Schon jetzt wird sich die FDP-Fraktion für ein verpflichtendes Schulvorbereitungsjahr stark machen.
• Gute und beständige Fort- und Weiterbildung ist für jeden Menschen gleich welchen Alters wichtig! Deshalb befürworte Ich die Weiterführung der Hessencampus-Initiativen, um die Fort- und Weiterbildung in Hessen fit für die Zukunft zu machen!
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